Schweizer Armee: Neue Artillerie ersetzt Panzerhaubitzen aus den 1960er-Jahren

Die Schweizer Armee modernisiert ihre Artillerie.

Die heutige Panzerhaubitze M109 stammt aus den 1960er-Jahren und wird durch ein neues System ersetzt. armasuisse hat dazu den Beschaffungsvertrag mit dem deutschen Hersteller KNDS Deutschland GmbH & Co. KG unterzeichnet.

Das Bundesamt für Rüstung armasuisse hat mit KNDS Deutschland GmbH & Co. KG den Vertrag zur Beschaffung des neuen Artilleriesystems der Schweizer Armee unterzeichnet.

Beschafft wird das Artilleriesystem AGM Artillery Gun Module auf der Trägerplattform Piranha IV des Schweizer Herstellers GDELS-Mowag.

Es ist ein weiterer und entscheidender Meilenstein im Projekt «Artillerie Wirkplattform und Wirkmittel 2026» (Art WPWM), welches im Rahmen der Armeebotschaft 2025 präsentiert wurde.

Das neue System wird die heute im Einsatz stehende Panzerhaubitze M109 der 1960er-Jahre ersetzen und die indirekte Feuerunterstützung der Armee modernisieren.

Insgesamt werden ein Prototyp und 32 Seriensysteme beschafft. Neben den Artilleriesystemen werden im Vertrag auch Mittel für die Munitionslogistik, Ausbildungs- und Simulationssysteme, Ersatzteile, Dokumentation und Werkzeuge beschafft.

Im Projekt wird ebenso eine erste Palette moderner Geschosse, Zünder und Ladungen beschafft. Diese werden die Wirkung im Ziel im Vergleich zur heutigen Munition verbessern und eine grössere Reichweite des Artilleriefeuers ermöglichen.

Ein Prototyp mit der endgültigen Konfiguration für die Schweizer Armee soll im Jahr 2027 fertiggestellt und im Jahr 2028 einer Qualifikation unterzogen werden. Die Seriensysteme werden ab 2031 an die Schweizer Armee geliefert.



Projekt Artillerie Wirkplattform und Wirkmittel 2026 (Art WPWM)

Die Erneuerung der Artillerie verbessert die Wirkung gegen Ziele am Boden und stärkt damit die Verteidigungsfähigkeit.

Das heutige Artilleriesystem der Schweizer Armee mit der Panzerhaubitze M109 aus den 1960er-Jahren erreicht das Ende seiner Nutzungsdauer. Mit dem Projekt Artillerie Wirkplattform und Wirkmittel (Art WPWM) modernisiert die Armee diese Fähigkeit und passt sie an die aktuellen technologischen und operationellen Anforderungen an.

Das neue System soll gegenüber dem aktuellen mobiler sein, einen besseren Schutz bieten sowie die Wirkdistanz und Präzision erhöhen. Es soll schneller und weiter wirken, rasch die Stellung wechseln und vernetzt operieren.

Moderne Sensorik, digitale Führung und automatisierte Abläufe erhöhen die Reaktionsfähigkeit, den Schutz und die Wirkung im Einsatz.

Evaluation und Typenwahl

Die Evaluation des neuen Artilleriesystems erfolgte in mehreren Etappen. Nach dem Shortlist-Entscheid im August 2022 fanden unter anderem Mobilitätsversuche in der Schweiz sowie Truppenversuche und logistische Abklärungen im Ausland statt.

Im November 2024 wurde die Typenwahl zugunsten des Systems AGM auf Piranha IV getroffen.

Beitrag zur Rüstungspolitischen Strategie des Bundesrates

Die Beschaffung trägt zur Umsetzung der Rüstungspolitischen Strategie des Bundesrates vom 20. Juni 2025 bei. Diese sieht vor, die Zusammenarbeit mit Anbietern aus den Nachbarstaaten und weiteren europäischen Ländern zu stärken.

Mit der Wahl des Piranha IV des Schweizer Herstellers GDELS-Mowag als Trägerplattform wird gleichzeitig ein Teil der Wertschöpfung in der Schweiz erbracht. Die Beschaffung verbindet damit die sicherheits- und rüstungspolitische Zusammenarbeit in Europa mit der Stärkung industrieller Kernfähigkeiten und Kapazitäten im Inland.

Mit Art WPWM beschafft die Schweiz ein modernes Artilleriesystem, das die Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee stärkt und die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerstaaten fördert.

 

Quelle: Schweizer Armee
Bildquelle: VBS/DDPS