Vom Warencheck bis zur Personenkontrolle: Zollteams geben Einblicke in ihren Berufsalltag
(Kreuzlingen TG). Letzte Woche waren Teams des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit mit einem Pop-up-Stand in einem Einkaufszentrum in Kreuzlingen präsent.
Dort brachten sie interessierten Passanten den Beruf Fachspezialist Zoll und Grenzsicherheit näher und zeigten die verschiedenen Facetten des Arbeitsalltags.
- Aktion: Pop-up-Stand des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit
- Ort: Einkaufszentrum in Kreuzlingen
- Ziel: Direkter Austausch mit der Bevölkerung
- Beruf: Fachspezialist Zoll und Grenzsicherheit
- Einblicke: Aufgaben, Ausbildung und vielseitiger Berufsalltag beim Schweizer Zoll
Zollteams suchen das direkte Gespräch
Eine gute Gelegenheit, direkt mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und die verschiedenen Facetten des Berufs zu zeigen.
Der Beruf Fachspezialist Zoll und Grenzsicherheit ist heute deutlich breiter angelegt als das klassische Bild einer Kontrolle am Grenzübergang vermuten lässt.
Fachspezialist Zoll und Grenzsicherheit: Was steckt hinter dem Beruf?
Wer diesen Beruf ausübt, kontrolliert nicht einfach nur Reisepässe oder Kofferräume. Fachspezialisten arbeiten an der Schnittstelle von Sicherheit, Zoll, Migration, Warenverkehr und Strafverfolgung. Sie kontrollieren Personen, Fahrzeuge und Waren und leisten damit einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung, der Wirtschaft und des Staates.
Ausweise prüfen, Fahndungen erkennen und rechtswidrige Ein-, Aus- oder Durchreisen feststellen.
Sendungen und Gepäck kontrollieren und verbotene, geschmuggelte oder gefälschte Waren erkennen.
Personenwagen, Lastwagen und andere Transportmittel kontrollieren und Verstösse feststellen.
Sicherstellen, dass Zoll, Steuern und weitere Abgaben korrekt erhoben werden.
Das heutige Berufsbild vereint Aufgaben, die früher auf verschiedene Berufsbilder wie Zollfachmann und Grenzwächter verteilt waren.
Zwei Jahre Ausbildung: Theorie und echte Einsätze
So läuft die Ausbildung ab
Die Grundausbildung zum Fachspezialisten Zoll und Grenzsicherheit dauert zwei Jahre. Schulische Ausbildungsblöcke auf dem Campus BAZG in Liestal wechseln sich mit praktischen Einsätzen ab. Bereits während der Ausbildung nehmen die Aspiranten an realen Einsätzen teil.
Zum Unterricht gehören unter anderem:
- Recht
- Zollabgaben
- Risikoanalyse
- Kriminalistik
- Prozesse und Verfahren
- Sozial- und Selbstkompetenz
- Sicherheit im Einsatz und Intervention
- körperliches Training
Wer kann sich bewerben?
Die wichtigsten Voraussetzungen
- mindestens 18 Jahre alt
- Schweizer Bürgerrecht oder Doppelbürger ohne ausländischen Militärdienst
- mindestens dreijährige Berufsausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Matura, Fachmittelschule beziehungsweise gleichwertiger Abschluss
- Führerausweis Kategorie B
- guter Leumund und geregelte finanzielle Verhältnisse
- sehr gute Kenntnisse mindestens einer Schweizer Amtssprache
- gute körperliche, psychische und intellektuelle Leistungsfähigkeit
- normales Hör- und Sehvermögen
- Bereitschaft, Uniform zu tragen und bewaffnet Dienst zu leisten
Zum Auswahlverfahren gehören umfangreiche Abklärungen. Für künftige Fachspezialisten ist unter anderem eine Personensicherheitsprüfung vorgesehen.
Was macht den Beruf besonders?
Der Einsatzbereich beschränkt sich nicht auf klassische Grenzübergänge. Fachspezialisten können sowohl drinnen als auch draussen arbeiten und führen gezielte Kontrollen von Personen, Waren und Transportmitteln durch.
Zur täglichen Arbeit können beispielsweise die Suche nach ausgeschriebenen Personen oder Fahrzeugen, die Aufdeckung von Schmuggel, die Kontrolle von Handelswaren oder Abklärungen bei verdächtigen Reisedokumenten gehören.
Und nach der Ausbildung? Diese Karrierewege sind möglich
Mit zunehmender Berufserfahrung können Fachspezialisten zusätzliche Funktionen übernehmen. Das BAZG nennt unter anderem:
- Diensthundeführer
- Dokumentenberater
- Unternehmensprüfer
- Ausbildner auf dem Campus BAZG
- Spezialist für Fahrzeugkontrollen
- Spezialist für biometrische Daten
- Einsätze mit Helikoptern
- ermittelnde Funktionen in der Strafverfolgung
- Einsatz in einer Sonderformation
- Sicherheitsaufgaben im zivilen Luftverkehr
- internationale Einsätze, beispielsweise für FRONTEX
Ein Beruf mit grosser Verantwortung
Der Umfang der Aufgaben zeigt sich auch in den Zahlen des Bundes: Täglich müssen grosse Warenströme die Schweizer Grenze passieren. Gleichzeitig geht es darum, geschmuggelte oder verbotene Waren aus dem Verkehr zu ziehen, Fahndungen zu erkennen und die korrekte Erhebung von Abgaben sicherzustellen.
Das Berufsbild verbindet damit Sicherheitsaufgaben, kriminalistisches Arbeiten, den Kontakt mit Menschen und fundiertes Wissen über Zoll- und Grenzvorschriften.
Interesse geweckt?
Das BAZG bietet Berufsinfoanlässe an, bei denen Interessenten Aufgaben und Arbeitsalltag kennenlernen und direkt Fragen stellen können. Der aktuell ausgeschriebene nächste Lehrgang startet am 1. März 2027.
Mehr Nachrichten und Hintergründe rund um die Arbeit an der Grenze gibt es auch auf schweizerzoll.ch.
Quelle: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG / Polizei.news
Bildquelle: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG