Falsche Bankmitarbeiter und Polizisten: So erkennen Sie die Betrugsmasche
Telefonbetrüger treten häufig als vertrauenswürdige Personen auf. Sie behaupten beispielsweise, bei einer Bank, der Polizei oder einer anderen Behörde zu arbeiten. Mit erfundenen Geschichten versuchen sie, Menschen dazu zu bringen, Bargeld abzuheben, Wertsachen herauszugeben oder vertrauliche Bankdaten preiszugeben. Die Schweizerische Kriminalprävention und verschiedene Polizeikorps warnen regelmässig vor solchen Anrufen.
1. Woran erkennen Sie einen falschen Bankmitarbeiter?
Eine typische Betrugsmasche beginnt mit einem angeblichen Sicherheitsproblem. Der Anrufer behauptet, auf dem Bankkonto seien verdächtige Bewegungen entdeckt worden, das Geld sei nicht mehr sicher oder eine polizeiliche Untersuchung laufe.
Anschliessend versucht die Täterschaft, das Opfer zu einer Handlung zu bewegen. Dazu können das Abheben von Bargeld, eine Überweisung, die Weitergabe von Passwörtern oder die Installation einer Fernzugriffssoftware gehören.
Besonders verdächtig: Eine fremde Person fordert Sie am Telefon auf, grössere Geldbeträge abzuheben, um diese angeblich zu sichern oder einer Amtsperson auszuhändigen.
Seriöse Banken und die Polizei organisieren keine solchen Bargeldübergaben zur angeblichen Sicherung Ihres Vermögens. Beenden Sie ein entsprechendes Gespräch sofort und überprüfen Sie den Sachverhalt unabhängig.
2. Vorsicht vor gefälschten Telefonnummern
Betrüger können die angezeigte Rufnummer technisch manipulieren. Dieses Vorgehen wird als «Spoofing» bezeichnet. Auf dem Display erscheint dann beispielsweise eine Schweizer Telefonnummer, obwohl der Anruf tatsächlich von einer ganz anderen Nummer ausgeht.
Unter Umständen können die Anrufenden sogar eine Nummer vortäuschen, die einer Bank, einer Polizeidienststelle oder einer offiziellen Organisation zugeordnet ist.
Rückruf richtig durchführen: Vertrauen Sie nicht allein auf die angezeigte Nummer. Beenden Sie das Gespräch und wählen Sie die Ihnen bekannte offizielle Telefonnummer der Bank selbst. Verwenden Sie dafür beispielsweise die Nummer auf Ihrer Bankkarte oder auf der offiziellen Website.
Benutzen Sie nicht einfach die Rückruftaste und wählen Sie keine Telefonnummer, die Ihnen der unbekannte Anrufer vorgibt. Nur eine unabhängig überprüfte Kontaktadresse hilft, die Echtheit einer Anfrage abzuklären.
3. Was tun, wenn Geld oder Wertsachen verlangt werden?
Wer am Telefon zur Herausgabe von Geld gedrängt wird, sollte sich nicht auf weitere Diskussionen einlassen. Auch eine glaubwürdig klingende Geschichte oder die Behauptung, es handle sich um eine geheime Polizeimassnahme, ist kein Grund, Bargeld an Unbekannte zu übergeben.
Gespräch abbrechen: Legen Sie auf, sobald Sie Verdacht schöpfen. Sie müssen sich gegenüber einer unbekannten Person nicht rechtfertigen.
Vertrauensperson einbeziehen: Sprechen Sie mit einem Familienmitglied, einer Nachbarin oder einer anderen Person Ihres Vertrauens. Ein Gespräch ausserhalb der Drucksituation kann helfen, den Betrugsversuch zu erkennen.
Polizei verständigen: Bei einem laufenden Betrugsversuch oder einer angekündigten Geldübergabe wählen Sie den Polizeinotruf 117. Teilen Sie mit, was verlangt wurde und ob ein weiterer Kontakt oder eine Abholung geplant ist.
Versuchen Sie nicht, mutmassliche Geldabholer eigenständig anzuhalten oder zu stellen. Die Polizei entscheidet über das weitere Vorgehen und allfällige Fahndungs- oder Festnahmemassnahmen.
4. Bereits Geld überwiesen oder übergeben? Jetzt handeln
Auch wenn eine betrügerische Zahlung bereits erfolgt ist, sollten Betroffene den Vorfall möglichst rasch melden. Je früher die zuständigen Stellen informiert werden, desto eher können noch mögliche Sicherungsmassnahmen geprüft werden.
Bank kontaktieren: Wenn Sie Geld überwiesen oder Bank- beziehungsweise Kartendaten preisgegeben haben, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank. Je nach Situation können Zahlungen möglicherweise noch gestoppt oder betroffene Karten und Zugänge gesperrt werden.
Beweise aufbewahren: Notieren Sie Zeitpunkt, angezeigte Telefonnummern, Gesprächsinhalte und verlangte Zahlungen. Bewahren Sie Nachrichten und Zahlungsbelege auf, soweit diese vorhanden sind.
Erstatten Sie bei der Polizei Anzeige. Selbst wenn Geld nicht mehr zurückgeholt werden kann, können Ihre Angaben wichtige Hinweise für Ermittlungen und die Aufklärung weiterer Betrugsfälle liefern.
Gut zu wissen: Telefonbetrüger sprechen nicht nur ältere Menschen an. Jede Person kann Ziel einer glaubwürdig inszenierten Betrugsmasche werden. Entscheidend ist, bei unerwarteten Geldforderungen grundsätzlich misstrauisch zu bleiben.
Praktischer Tipp: Vereinbaren Sie mit Angehörigen eine einfache Regel: Wer einen überraschenden Anruf mit einer Geldforderung erhält, übergibt nichts und kontaktiert zuerst eine vertraute Person über eine bekannte Telefonnummer.
Polizeinotruf: Bei einer angekündigten Geldabholung, einem laufenden Betrugsversuch oder unmittelbarem Verdacht wählen Sie 117. Geben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Abholpersonen heraus.
Weitere Informationen: Aktuelle Warnungen vor Betrugsmaschen finden Sie bei Cyberpolice.ch. Zusätzliche Sicherheitstipps bietet Polizeinews Prävention.