Cyberangriff auf Schulplattform: Polizei nimmt 16-Jährigen fest – Tausende betroffen

(Lausanne VD). Am 31. Oktober 2026 nahm die Kantonspolizei Waadt einen 16-jährigen Jugendlichen fest, der verdächtigt wird, zwischen dem 23. und 26. Oktober 2026 unbefugt in ein Informatiksystem eingedrungen und Daten von der IT-Supportplattform der Waadtländer nachobligatorischen Bildungseinrichtungen entwendet zu haben.

Er wurde einvernommen und sein Informatikmaterial beschlagnahmt. Das Jugendgericht führt ein Verfahren.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorfall: Unbefugter Zugriff auf eine schulische IT-Supportplattform.
  • Betroffene Einrichtungen: Gymnasien und Berufsschulen im Kanton Waadt.
  • Zeitraum: 23. bis 26. Oktober 2026.
  • Entdeckung: 26. Oktober durch die Generaldirektion für nachobligatorische Bildung (DGEP).
  • Festnahme: Ein 16-jähriger Tatverdächtiger am 31. Oktober.
  • Plattform: IT-Support für rund 38’000 Lernende und 3’500 Lehrpersonen.
  • Gespeicherte Daten: Namen, Vornamen, schulische E-Mail-Adressen und Inhalte von Supportanfragen.
  • Nicht gespeichert: Passwörter, Schulnoten und Schülerdossiers.
  • Sofortmassnahme: Plattform vom Internet getrennt und gesichert.
  • Warnung: Lernende und Lehrpersonen sollen auf mögliche betrügerische Nachrichten achten.
  • Beschlagnahmung: Informatikmaterial des Verdächtigen wird untersucht.
  • Weiteres Verfahren: Ermittlungen der Cyber-Ermittlungseinheit unter Leitung des Jugendgerichts.
  • Offene Frage: Ob Daten heruntergeladen oder an Dritte weitergegeben wurden, ist Gegenstand der Ermittlungen.

IT-Supportplattform von Gymnasien und Berufsschulen betroffen

Zwischen Freitag, 23. Oktober, und Montag, 26. Oktober 2026, kam es zu einem unbefugten Zugriff auf die IT-Supportplattform, die von den Gymnasien und Berufsschulen des Kantons genutzt wird. Dieser wurde am 26. Oktober von der Generaldirektion für nachobligatorische Bildung (DGEP) entdeckt. Über diese Plattform können die rund 38’000 Lernenden und 3’500 Lehrpersonen IT-Unterstützung bei ihrer Bildungseinrichtung anfordern. Sie enthält ihre Namen, Vornamen und schulischen E-Mail-Adressen sowie die Inhalte ihrer Supportanfragen. Auf der Plattform werden weder Passwörter noch schulische Daten wie Noten oder Schülerdossiers gespeichert.

Plattform sofort vom Internet getrennt und gesichert

Unmittelbar nach der Entdeckung wurde die Plattform vom Internet getrennt und anschliessend mit Unterstützung des operativen Sicherheitszentrums des Kantons Waadt gesichert. Die Lernenden und Lehrpersonen wurden informiert und aufgefordert, wegen möglicher betrügerischer Nachrichten besonders wachsam zu sein. Es wurde Strafanzeige erstattet. Die Ermittlungen ermöglichten es, den Verdächtigen rasch zu identifizieren. Nach seiner Einvernahme wurde er wieder auf freien Fuss gesetzt.

Cyber-Ermittler untersuchen beschlagnahmtes Informatikmaterial

Die Ermittlungen werden von den Ermittlern der Cyber-Ermittlungsabteilung der Kriminalpolizei unter Leitung des Jugendgerichts geführt. Sie sollen die Umstände dieses unbefugten Zugriffs klären und feststellen, ob Daten heruntergeladen und/oder an Dritte weitergegeben wurden. Das beschlagnahmte Material wird derzeit untersucht.

 

Quelle: Kantonspolizei Waadt
Bildquelle: Symbolbild © Михаил Руденко/iStock.com


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Datenpanne an einer Schule: So schützen sich Lernende und Lehrpersonen vor Phishing

Nach einem unbefugten Zugriff auf eine Schulplattform können gespeicherte Kontaktdaten für gezielte Betrugsversuche missbraucht werden, sofern sie in fremde Hände gelangen. Besonders heimtückisch sind Nachrichten, die angeblich von der Schule, der Schulleitung oder dem IT-Support stammen. Mit diesen sechs Massnahmen lässt sich das Risiko reduzieren.

1. Bei angeblichen Nachrichten des IT-Supports misstrauisch sein

Betrüger können versuchen, mit einer bekannten schulischen E-Mail-Adresse oder einer glaubwürdig wirkenden Absenderbezeichnung Vertrauen zu erwecken. Eine Nachricht kann beispielsweise behaupten, dass das Schulkonto gesperrt werde oder ein dringendes Sicherheitsupdate erforderlich sei.

Öffnen Sie die Schulplattform oder das E-Mail-Konto bei Unsicherheit direkt über die bekannte Website beziehungsweise die gewohnte Anwendung. Nutzen Sie nicht den Link in der verdächtigen Nachricht. Fragen Sie beim offiziellen IT-Support über einen bereits bekannten Kontaktweg nach.

2. Passwörter und Bestätigungscodes niemals weitergeben

Seriöse IT-Supportstellen benötigen das persönliche Passwort nicht, um ein Problem zu untersuchen. Auch einmalige Anmeldecodes sollten nicht an andere Personen weitergegeben werden.

Falls eine Nachricht nach einem Passwort oder einem SMS-Bestätigungscode fragt, ist besondere Vorsicht angebracht. Wurden solche Angaben bereits auf einer verdächtigen Seite eingegeben, sollte das Passwort umgehend über den offiziellen Zugang geändert und die zuständige IT-Stelle informiert werden.

3. Persönlich wirkende Phishing-Nachrichten erkennen

Eine betrügerische Nachricht kann besonders überzeugend wirken, wenn sie den vollständigen Namen der empfangenden Person oder konkrete Informationen aus einem früheren Supportfall enthält.

Solche Details sind kein Beweis für die Echtheit einer E-Mail. Kontrollieren Sie ungewöhnliche Zahlungsforderungen, Aufforderungen zur Passwortänderung und die Aufforderung, sofort auf einen Link zu klicken, besonders sorgfältig. Im Zweifel gilt: nicht reagieren, sondern unabhängig nachfragen.

4. Mehrfaktor-Authentifizierung nutzen

Wo es angeboten wird, erhöht eine zusätzliche Anmeldebestätigung den Schutz eines Kontos. Bei der Mehrfaktor-Authentifizierung reicht ein bekannt gewordenes Passwort allein in der Regel nicht aus, um sich anzumelden.

Aktivieren Sie diese Funktion für wichtige Konten, sofern die Schule beziehungsweise der Dienst dies unterstützt. Bestätigen Sie niemals eine Anmeldung, die Sie nicht selbst ausgelöst haben. Melden Sie unerwartete Bestätigungsanfragen der zuständigen IT-Stelle.

5. Verdächtige Nachrichten an die Schule melden

Wenn mehrere Lernende oder Lehrpersonen ähnliche betrügerische Nachrichten erhalten, kann eine frühzeitige Meldung dem IT-Support helfen, weitere Personen zu warnen.

Melden Sie auffällige E-Mails über die vorgesehenen schulischen Meldewege. Öffnen Sie verdächtige Anhänge nicht und leiten Sie gefährliche Links nicht unnötig an andere Personen weiter. Das Bundesamt für Cybersicherheit bietet ebenfalls eine Meldemöglichkeit für Cybervorfälle und Betrugsversuche an.

6. Nach einem Klick auf einen Phishing-Link richtig handeln

Wer versehentlich auf einen verdächtigen Link geklickt hat, sollte nicht aus Angst oder Scham schweigen. Entscheidend ist, ob anschliessend Zugangsdaten eingegeben, eine Datei heruntergeladen oder weitere Aktionen ausgeführt wurden.

Informieren Sie rasch die zuständige IT-Stelle und schildern Sie genau, was passiert ist. Ändern Sie betroffene Passwörter über die offiziellen Zugänge und lassen Sie ein möglicherweise infiziertes Gerät fachlich prüfen. Bei einem finanziellen Schaden sollten zusätzlich die betroffenen Zahlungsdienstleister und die Polizei verständigt werden.

Gut zu wissen: Auch ohne gestohlene Passwörter können Namen, E-Mail-Adressen und Inhalte früherer Supportanfragen für glaubwürdig wirkende Täuschungsversuche genutzt werden. Ob bestimmte Daten tatsächlich abgeflossen sind, muss jedoch für jeden Sicherheitsvorfall gesondert festgestellt werden.

Praktischer Tipp: Vereinbaren Sie in der Klasse oder im Lehrpersonenteam eine einfache Regel: Ungewöhnliche Nachrichten zu Kontosperrungen, dringenden Sicherheitsprüfungen und Passwortbestätigungen werden zuerst über den offiziellen Schul-IT-Kontakt überprüft. So lassen sich auch täuschend echte Phishing-Versuche rechtzeitig erkennen.

Weitere Informationen: Warnungen zu Phishing, Internetbetrug und digitalen Gefahren finden Sie bei Cyberpolice.ch.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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